#44 Resilienz: Schlüssel zur Balance

Shownotes

Stress lässt sich nicht wegoptimieren, aber der Umgang damit ist lernbar, gerade in der Arbeitswelt. Moderator Martin Hoffmann spricht mit dem Psychologen Sebastian Mattes und der Diplom-Sportpädagogin Sabine Fröchte-Mink über Resilienz aus Sicht von Mitarbeitenden und Arbeitgebern. Es geht um Warnsignale, Grenzen setzen und um die Rolle von Führungskräften, wenn bei Mitarbeitenden erste Zeichen von Überlastung entstehen. Außerdem gibt es einfache Übungen, die sich gut in den Joballtag einbauen lassen und die Resilienz stärken.

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Links zum Thema: Spannende Informationen zum Thema Resilienz: https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/resilienz-definition-und-bedeutung-einfach-erklaert/ https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/selbstbewusstsein/resilienz-test-so-stark-ist-ihre-psyche/ https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/die-7-saeulen-der-resilienz/ https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/coping-strategie-bewaeltigungsstrategien-fuer-mehr-resilienz/ https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/resilienzforschung-weltweit-lehren-aus-anderen-kulturen/

Weitere Informationen zu den Workshops und Programmen von Sebastian Mattes und Sabine Fröchte-Mink: https://www.aok.de/fk/bw/betriebliche-gesundheit/angebote-fuer-ihre-betriebliche-gesundheit/gesunde-fuehrung/ https://www.aok.de/fk/bw/pip https://www.aok.de/pk/gesundheitskurse/stressbewaeltigung/resilienztraining/ https://www.aok.de/pk/gesundheitskurse/stressbewaeltigung/lebe-balance/

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Intro: Unterwegs für die Gesundheit. GESUNDNAH – der Podcast der AOK Baden-Württemberg.

Martin Hoffmann: Neulich war ich wieder in der Buchhandlung und bin an der Ratgeber- und Psychologieecke vorbeigelaufen. Gefühlt in jedem zweiten Titel stand da ganz fett Resilienz oder sich selbst resilient aufstellen. Ja, vielleicht ist Resilienz ein Modewort und vielleicht wird's auch inflationär benutzt, aber Fakt ist einfach, die psychische Belastung hat in den letzten Jahren in Deutschland deutlich zugenommen. Menschen mit einer hohen Resilienz, also mit einer hohen seelischen Widerstandskraft, entwickeln seltener Anzeichen von Depression oder Angst. Außerdem schaffen sie es, Stress und Krisen besser zu bewältigen, ohne langfristig Schaden zu nehmen. Heute steht die Resilienz auch bei uns im Mittelpunkt. Ich bin Martin Hoffmann und wir nehmen in dieser Episode zwei besondere Perspektiven ein. Einmal die Seite der Arbeitgeber und dann die der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Stress lässt sich nicht wegoptimieren. Der gehört einfach zum Leben und zum Arbeiten dazu. Die Frage ist aber, wie wir damit umgehen. Mein erster Gesprächspartner heute ist Sebastian Mattes. Er ist Psychologe und Experte für Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK. Er hält Workshops unter anderem zum Thema Führung in Balance. Sebastian ist viel auf der Management-Ebene von Unternehmen unterwegs. Von Heidelberg geht es dann für mich fast runter an die Schweizer Grenze. In Villingen-Schwenning bin ich mit Sabine Fröchte-Mink verabredet. Sabine ist Diplom-Sportpädagogin und gibt Kurse und Workshops zu Themen wie Für deine innere Stärke oder lebe Balance. Mit dem Ziel, für sich einen ausgeglicheneren Lebensstil zu finden. Sie nimmt die Perspektive der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. So, ich bin jetzt in Heidelberg. Ich bin jetzt hier mit Sebastian Mattes verabredet und er hat gesagt, ich soll einfach bei ihm zu Hause vorbei kommen. Er ist im Homeoffice, ist gerade im Treppenhaus. Sehr schöner Altbau hier. Gucken wir mal.

Sebastian Mattes: Grüß dich, Martin!

Martin Hoffmann: So, hallo Sebastian!

Sebastian Mattes: Komm rein!

Martin Hoffmann: Danke dir! Sebastian, sag mal, wie definiert man Resilienz?

Sebastian Mattes: Resilienz ist oft als psychische Widerstandskraft bezeichnet. Ich mag den Begriff Widerstandskraft nicht so gerne, weil er einfach impliziert, dass man da aktiv auch Widerstand leisten würde. Ich glaube im Vordergrund steht mehr eine Anpassungsfähigkeit. Und zwar an was kann man sich anpassen? Das sind Dinge wie Herausforderungen, auch Krisen, irgendwelche Dinge, die nicht klappen oder die scheitern. Und vom Wort her ist es tatsächlich abprallen. Also er prallt etwas an mir ab, eben eine Herausforderung oder eine Krise.

Martin Hoffmann: Warum spielt es heute so eine große Rolle?

Sebastian Mattes: Also es ist auf verschiedenen Ebenen wichtig. Wenn ich jetzt als Unternehmen, Organisation oder auch als Arbeitsteam draufschaue, dann haben wir es ja mit Wettbewerbsdruck zu tun, mit einer Arbeitsverdichtung, mit ständiger Erreichbarkeit. Ich glaube, da können viele ein Lied von singen. Gerade in den Pflegeeinrichtungen, die ich begleite, da ist es natürlich auch gar nicht anders möglich. Aber wir haben auch eine veränderte Weltlage. Wir hatten die Corona-Krise, wir haben Kriege. Damit ist das jetzt sehr präsent geworden. Und damit einhergehend auch Lieferengpässe, Kostensteigerungen. Und ja, damit stellt sich schon die Frage, wie schaffen wir es, dass solche Dinge an uns abprallen? Dass wir vielleicht auch gestärkt aus den Situationen hervorgehen können. Auch das steckt in Resilienz mit drin. Die Frage hinter Resilienz ist an sich ja auch, worum geht es am Ende? Es geht um Gesundheit, gesunde Lebensjahre. Und das ist tatsächlich was, was uns als AOK Baden-Württemberg auch gerade bewegt. Wie schaffen wir gesunde Lebensjahren, damit Menschen nicht durch Einschränkungen durch den Arbeitsalltag gehen, sondern tatsächlich resilient und gestärkt sind?

Martin Hoffmann: Sind eigentlich Menschen, sind die heute mehr gestresst als früher? Hat sich da unsere Wahrnehmung verändert? Oder wenn du da auf die letzten Jahre blickst, wie sieht es da aus?

Sebastian Mattes: Psychische Arbeitsunfähigkeitstage sind tatsächlich seit den frühen 2000er Jahren mehr als verdoppelt, also deutlich gestiegen und auch Stressbefragungen zeigen, dass der Stress zunimmt. Aber natürlich auch eine Enttabuisierung des Themas, die stattfindet, also es wird mehr drüber gesprochen, es findet ein offenerer Umgang statt mit dem Thema. Auch eine Entstigmatisierung, was aus meiner Sicht ganz wichtig ist und auch in eine gute Richtung geht.

Martin Hoffmann: Wie sieht's denn aus, wenn eine positive Belastung kommt, kann die dann trotzdem Stress verursachen und uns, ich sage es mal, in so eine Richtung bringen, die dann schwierig wird.

Sebastian Mattes: Das ist ähnlich wie bei körperlichem Training, sprich, stell dir einfach mal einen Muskel vor. Wenn der einen Trainingsreiz erfährt, du spielst ja auch Basketball, habe ich erfahren, dann führt das langfristig dazu, dass der Muskel wächst. Wenn ich jetzt aber im Übertraining bin, spricht, der Muske wird überlastet, dann kann das sehr negative Folgen haben, bis hin zu Verletzungen und so ist es auch mit unserer psychischen Widerstandskraft bzw. unserer Anpassungsfähigkeit, da gibt es ein zu viel. Es gibt aber auch ein sehr gesundes Maß an externem Einfluss an Belastung, aus dem wir dann auch hervorgehen können, gestärkt.

Martin Hoffmann: Jetzt habe ich aber schon rausgehört, dass Stress nicht immer unbedingt sofort was Schlechtes ist, was Negatives ist. Und wenn ich jetzt mal auf mich schaue, ich brauche so ein bisschen Stress auch, um produktiv zu sein. Also, du hast vorhin gesagt, so was wie eine Deadline, so ein ein bisschen Zeitdruckverantwortung auf der einen Seite. Ich nehme an, ich bin da jetzt kein Sonderfall. Wie ist das? Brauchen wir auch Stress für Produktivität?

Sebastian Mattes: Du bist da kein Sonderfall. Also ich denke an eine Pflegedienstleitung, die tatsächlich mal den Satz gesagt hat, ich liebe Stress, ich brauche Stress. Und gerade die Rolle als Pflegetienstleitungen ist eine sehr verantwortungsumfassende Rolle, wo Stress an der Tagesordnung ist. Und das sagt viel über die Resilienz auch dieser Person aus. Natürlich muss man aufpassen, dass man nicht auf der anderen Seite vom Pferd runterfällt, Aber es ist definitiv so, dass eine moderate Aktivierung, das zeigt die Forschung, durchaus zu einer höheren Leistung und auch zu einer höheren Zufriedenheit führen kann. Das heißt, da steht sowas auch wie Anpassung im Hintergrund und damit sind wir ja wieder bei der Definition von Resilienz.

Martin Hoffmann: Jetzt lass uns mal auf die Team- und Organisationsebene schauen, welche Formen von Resilienz gibt's da?

Sebastian Mattes: Ja, bei der Team-Resilienz ist ein ganz zentrales Konzept die psychologische Sicherheit. Darf ich in meinem Team so sein, wie ich bin? Darf ich da als Mensch sein? Sehen mich meine Kolleginnen und Kollegen so, wie ich bin, fühle ich mich auch gesehen? Das zeigt, die Forschung hat einen ganz massiven Einfluss auch auf die Leistung und aufs Wohlbefinden bei der Arbeit. Auch Themen wie offene Kommunikation wird über Fehler gesprochen, ist natürlich im Alltag was ganz Zentrales. Unterstützen wir uns gegenseitig oder macht jeder so ein bisschen seins. Es ist eine Ellbogen-Mentalität und die Teammitglieder konkurrieren sogar untereinander. Das ist immer auch ein wichtiger Punkt, den die Führungskraft auf dem Schirm haben sollte. Und auch das Thema Rollenverteilung ist beim Thema Teamresilienz sehr wichtig. Also da kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Wir haben ein sogenanntes selbstorganisiertes Team. Sprich, wir verteilen ganz viel Verantwortung und viele Aufgaben untereinander. Und da haben wir als allererster Schritt Rollen klar definiert. Und da geht es nicht nur um sehr aufgabenspezifische Themen, sondern da geht's auch um so was wie wer kümmert sich um den Team Spirit, Feel-Good-Management nennen wir diese Aufgabe, wer hat den strategischen Weitblick, wer spricht fürs Team, wenn externe Anfragen reinkommen, wer koordiniert Termine und all solche Themen ideeller Natur, aber auch von Aufgabennatur her haben wir aufgeteilt und damit sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht. Und auch das Thema Priorisierung ist beim Thema Team Resilienz sehr wichtig. Wir haben zusammen eine Vision entwickelt, was ich jedem Team oder jeder Arbeitseinheit empfehlen würde. Weil dann kann man immer drauf schauen und nochmal sagen, hey, die Aufgaben, die wir uns jetzt aufgeladen haben, die sind zu viel. Lass uns doch mit denen anfangen oder lass uns auch nur die machen, die auf die Vision einzahlen. Also vielleicht aufs strategische Ziel. Das muss natürlich alles im Einklang sein. Und ich glaube, als Team ist es auch immer schön, wenn man Erfolge gemeinsam feiern kann. Um sich selbst zu zeigen, man sitzt gemeinsam im Boot, Rituale etabliert, immer eine gemeinsame Weihnachtsfeier macht.

Martin Hoffmann: Welche Verantwortung tragen denn Unternehmen, wenn wir über Stressmanagement, über Stressbewältigung auch sprechen?

Sebastian Mattes: Auf ganz verschiedenen Ebenen hat ein Unternehmen da Verantwortung. Also es gibt natürlich im Arbeitsschutzgesetz entsprechende Vorschriften, auch die Fürsorgepflicht als Arbeitgeber. Ich muss schauen, dass meine Beschäftigten unversehrt bleiben, auch psychisch unversehrt bleiben. Also die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist teilweise noch nicht wirklich umgesetzt, aber eigentlich gesetzlich vorgeschrieben. Ich glaube, an der Stelle ist es aber ganz wichtig, beide Seiten gleichermaßen in die Verantwortung zu nehmen. Sowohl das Individuum, also jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und das Unternehmen und jede Führungskraft. Das Thema Gesundheit oder auch Resilienz jetzt an der Stelle ist nicht nur Privatsache. Der Arbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass die Strukturen gesundheitsförderlich sind, damit wie gesagt kein Schaden entsteht. Aber natürlich bin ich auch als Mitarbeiter, wenn ich ein Haus baue oder wenn nachts das Kind schreit in einer ganz besonderen Belastungssituation. Da darf ich nicht erwarten, dass der Betrieb, in dem ich arbeite, alles immer auf dem Schirm hat. Gerne darf ich das Thema natürlich einbringen, dann ist auch die Führungskraft mit dem Boot, weiß Bescheid und kann vielleicht auch für Entlastung sorgen. Und klar, der Betrieb oder die Fuehrungskraft hat auch das Ziel zu erreichen, das Unternehmensziel. Und das ist wirtschaftlicher Natur in aller Regel. Und trotzdem muss es da einen Einklang geben und das versucht der Gesetzgeber auch herbeizuführen. Und mein Plädoyer an der Stelle ist, es lohnt sich auch. Also es ist nicht nur gesetzliche Vorschrift. Es ist ja gezeigt, Arbeitsunfähigkeitstage auf Grundlage von psychischen Erkrankungen und auch anderen Erkran- kungen gehen teilweise durch die Decke. Wir haben Pflegeeinrichtungen mit 14 Prozent Krankenstand und wenn an dieser Stellschraube was gedreht werden kann, dann ist es plötzlich nicht mehr nur schön für das Individuum, sondern das ist sehr entscheidend und ein Wettbewerbsvorteil für dieses Unternehmen. Stichwort Produktivität und Leistungsfähigkeit der Pflegschaft.

Martin Hoffmann: Es profitieren beide Seiten wirklich davon.

Sebastian Mattes: Definitiv. Es ist eine Win-Win-Situation. Und wenn man noch eine Ebene drüber geht, auch wir als Gesellschaft, das wäre das dritte Win, haben wir da einen großen Vorteil, wenn wir das Thema psychischer Druck in den Griff kriegen.

Martin Hoffmann: Was macht eine zeitgemäße Führung aus?

Sebastian Mattes: Zeitgemäßen Führungen. Ja, da sprechen wir oft in Workshops drüber, Gerade Führung in Balance. Ich versuche da immer einen Dreiklang herzustellen und schreibe zwei Begriffe auf von diesem Dreiklang, der den meisten auch schnell einfällt. Also wenn man da eine Abfrage macht, viele Führungskräfte nennen dann direkt, ja, ich muss Klarheit vorleben. Ich muss klar sein in meinem Führungsstil, einfach auch damit die Beschäftigten wissen, woran sie sind. Ich muss auch verbindlich sein, auch Verbindlichkeit wird häufig genannt, einfach um zu zeigen, hey, es ist mir nicht egal, ich halte nach, wenn ich etwas vorgebe. Und Die Mischung aus Klarheit und Verbindlichkeit ist schon mal eine gute und dann überlegen meistens die Seminarteilnehmenden, was da noch vielleicht fehlen könnte, um zeitgemäße Führung zu reden.

Martin Hoffmann: Das ist total spannend. Ich überlege mich auch gerade. Kompetenz.

Sebastian Mattes: Kompetenz ist sicherlich auch wichtig, lässt sich vielleicht auch dem Thema Klarheit und Verbindlichkeit ein bisschen zuordnen. Was vielen Teilnehmern hilft, ist, wenn ich dann dazu sage, Klarheit und Verbindlichkei in der Kombination ist toll, aber dann könnte es auch sein, dass ich auf Dauer als harter Hund wahrgenommen werde. Da fehlt also noch in einem ganz anderen Bereich was und das ist das Thema Wertschätzung und auch Empathie spielt da mit rein, aber wenn ich als Führungskraft wertschätzend unterwegs bin dann habe ich auch den Blick fürs Individuum und meine Beschäftigten fühlen sich gesehen. Und das ist ganz zentral. Auch ein ganz, ganz wichtiger Begriff in dem Zusammenhang. Passend zur Wertschätzung ist das Thema Vertrauen. Wenige Menschen wollen gemicromanaged werden. Und gerade beim Thema zeitgemäßer Führung kann ich als Führungskraft da auch sehr als Vorbild vorangehen. Und was bei dem Thema und gerade auch heute Resilienz sehr, sehr wichtig ist, ist, dass ich als Führungskraft zu einem möglichst frühen Zeitpunkt wahrnehme, wenn Veränderung stattfindet bei meinen Beschäftigten, wenn die sich anders verhalten als bislang. Wenn die irgendwie auch mal ungepflegt zur Arbeit kommen oder wenn sie Terminfristen reißen, obwohl sie das in der Vergangenheit nicht getan haben. Also, dass ich da als Führungskraft sehr achtsam bin und beim Menschen, also Führungen heißt ja, beim Menschen auch sein und dass ich individuell vorgehe und die Warnzeichen nicht nur kenne, sondern auch erkenne im Alltag und weiß, wie ich es ansprechen kann. Und das ist ein zentraler Inhalt von diesen Führung in Balance-Seminaren. Ein Punkt, der häufig aufkommt, ist das Thema Gerechtigkeit. Was ist Gerechtigkeit? Das ist ja was Subjektives. Eine Gleichbehandlung wäre an der Stelle nicht zeitgemäß. Jeder Beschäftigte hat unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn ich alle gleich behandle sind, sind die Bedürfenisse gut erfüllt. Einfaches Beispiel. Viele Beschäftigten fordern eine Lohnerhöhung. Aber was, wenn eine Person sagt, sie bekommt genug Gehalt, sie möchte eigentlich viel mehr gewertschätzt werden im Arbeitsalltag oder möchte ein Wir-Gefühl im Team, dann wäre die Lohnerhöhung an der Stelle zwar eine tolle Maßnahme für viele, aber für manche auch eben nicht. Und deshalb ist dieser individuelle Blick, den ich vorher angesprochen habe, sehr wichtig.

Martin Hoffmann: Wenn wir jetzt noch mal über diesen diesen Workshop sprechen. Wo drückt der Schuh am meisten? Welche Themen werden da am häufigsten auch nochmal von dir nachgefragt?

Sebastian Mattes: Also was tatsächlich in sehr vielen Seminaren als Thema auf den Tisch kommt, aber auch in Mitarbeiterbefragungen, also zum Beispiel Schriftlichen, die von Zeit zu Zeit in den Pflegeeinrichtungen stattfinden, kommt ganz häufig das Thema Info-Flut auf. Also dieser E-Mail-Wahnsinn, das kennen ja die meisten wahrscheinlich auch von Zuhörerinnen und Zuhören, und das Thema ständige Erreichbarkeit, jetzt vor allem im Pflegekontext ist ja auch nachvollziehbar, da muss immer jemand verfügbar sein, einfach vom Setting her. Auch das Thema Einspringen, gerade bei hohen Krankenständen, das ist ja ein Teufelskreis. Wenn Personen im Krankenstand sind, müssen andere Personen einspringen.

Martin Hoffmann: 14% hast du vorhin gesagt, in der Pflegebranche war es, glaube ich.

Sebastian Mattes: Genau, 8-9% sind dann eher normal, bundes- oder auch landesweit.

Martin Hoffmann: Aber das ist auch schon ordentlich.

Sebastian Mattes: In der Pflegebranche ist es ja hoch, ist auch höher als in anderen Branchen.

Martin Hoffmann: Was ja auch gewisserweise auch verständlich ist, muss man auch dazu sagen. Also es ist jetzt nichts, wo man... aber es ist einfach eine hohe Zahl.

Sebastian Mattes: Es ist eine hohe Zahl. Und wir wissen auch, in der Pflege gibt es sowohl hohe körperliche Anforderungen, aber eben auch die psychischen Anforderung, Belastung, die dann eben, um in dem Modell von vorher zu bleiben, schnell zu Beanspruchungen oder Überbelastung führen können. Und ja, also ständige Reichbarkeit auf jeden Fall als Thema. Was in Industriebetrieben schnell genannt wird, ist das Thema Change, also Umstrukturierungen, Veränderungsprozesse. Einer nach dem anderen oder auch ineinandergreifend. Und unser Gehirn ist natürlich nicht darauf ausgelegt, sondern das sehen sich an solchen Stellen dann auch mal nach Routine und nach dem Gewohnten. Und wenn da ständig Veränderung ist, dann ist die psychologische Sicherheit, die ich vorhin angesprochen habe, natürlich auch in Gefahr. Und ein Thema, das auch früher oder später fast in jeder Pflegeeinrichtung und in jedem Betrieb aufkommt, ist das Thema Kommunikation.

Martin Hoffmann: Wie sieht dieser erste Schritt aus, wenn ich an der Kommunikationsarbeit arbeiten möchte?

Sebastian Mattes: Unsere Empfehlung und eine Methode, auf die wir sehr viel zurückgreifen, ist das sogenannte logische Modell. Klingt furchtbar und theoretisch. Ist es auch, wenn man sich es in der Literatur anschaut, aber wir haben es versucht für die Praxis zu vereinfachen und was wir da tun. Wir schauen uns erst mal genau das Problem an, in dem Fall Kommunikation. Und dann gehen wir erst mal auf die Wirkungsebene, sprich, welche Wirkungen wollen wir erreichen? Wie sieht eigentlich der Zielzustand aus? Was wollen wir als Team oder als Organisation? Wie sieht es bei uns aus, wenn das Thema Kommunikations in Griff bekommen wurde? Dann werden ganz viele Punkte genannt. Und von unterschiedlichen Perspektiven geht es auch in ganz verschiedene Richtungen. Das heißt, man hat eine riesen Wolke, zum Beispiel ein Schlagworten, die da aufkommt. Erst im nächsten Schritt schaut man sich an, welche Maßnahmen können uns dahin bringen. Also dieser Zwischenschritt über den Zielzustand bzw. die gewünschten Wirkungen, der ist ganz zentral, regt die Kreativität an und führt zu Lösungen, die sonst nie gekommen wären. Also ganz konkret, wenn ein Unternehmen sagt, wir haben ein Problem mit der Kommunikation, ist der typische Reflex, wir gucken in irgendein Portfolio und suchen uns einen Kommunikationskurs raus oder versuchen irgendwie mit einem E-Learning das Thema zu bedienen und dann ist gelöst. Aber über diesen Zwischenschritt der Wirkung, dass man dann auch sieht, hey, der Umgang im Team wird ein anderer. Das führt vielleicht zu einem Team-Coaching oder wenn Konflikte damit reinkommen, zu einer Konfliktlösung, Mediation. Also es kann in ganz, ganz unterschiedliche Richtungen gehen. Und am Ende muss es eine Mischung sein aus verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen. Also sprich, im Verhalten der Beschäftigten sollte sich vielleicht was ändern können. Das wird durch Kurse oder Coaching oder Begleitung erreicht. Aber auch in den Verhältnissen, sprich den Rahmenbedingungen, das habe ich als Organisation in der Verantwortung, ob ich prüfe, ob das schwarze Brett überhaupt genutzt wird oder ob es da vielleicht ganz andere Kommunikationskanäle braucht.

Martin Hoffmann: Jetzt bist du ja viel in Unternehmen unterwegs, in Betrieben unterwegs. Gibt es solche klassischen blinden Flecken, wo einfach nicht hingeschaut wird und wo du aus Erfahrung schon weißt, ok, also hier sitzen die Probleme und das sind Probleme und das wird irgendwie nicht angegangen. Das ist so der Elefant im Raum. Alle wissen Bescheid, aber irgendwie, der ist halt da.

Sebastian Mattes: Was nahezu überall auftaucht, früher oder später, ist auch das Thema, oder an der Stelle kann man auch sagen, der Satz. Das haben wir schon immer so gemacht.

Martin Hoffmann: Klassiker, ne?

Sebastian Mattes: Genau. Und da fehlt in vielen Fällen auch der Mut, eben in Anführungsstrichen alte Zöpfe abzuschneiden. Also was damit gemeint ist, einfach Dinge sein zu lassen, die nicht sein müssen oder anders zu tun, wenn es nicht mehr an der Zeit ist. Weil es kommen immer ganz viele neue Ideen, neue Maßnahmen, neue Projekte on top. Anderes wird mit mitgeschleift und da mal diesen Zoom-out zu wagen. Also raus zu zoomen und zu gucken, hey, braucht es das eigentlich wirklich? Und woran können wir es festmachen? Also viele Teams brauchen da auch einen Orientierungspunkt oder Kriterien. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man das Thema Priorisierung angehen kann. Natürlich ist an der Stelle auch wichtig, dass die Führungskraft den Freiraum gibt und sagt, hey, wenn ihr sagt, etwas wird nicht mehr gebraucht, dann können wir das auch sein lassen. Die Verantwortung da auch ins Team zu geben, an die Fachebene, die ja ganz nah dran ist an den Aufgaben und das einschätzen kann. Ein blinder Fleck ist häufig auch eine Antwort auf die Frage, was läuft eigentlich gut bei uns? Also viele Pflegeeinrichtungen merken erst durch die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung, die dann verglichen werden mit den Ergebnissen anderer Häuser, was bei ihnen besonders überdurchschnittlich gut läuft.

Martin Hoffmann: Das heißt, man guckt eher auf das Negative und sagt, okay, das läuft schlecht.

Sebastian Mattes: Definitiv. Das hat auch evolutionsbiologische Hintergründe. Wir schauen natürlich erst mal auf negative Dinge tendenziell, einfach auch um Gefahren besser begegnen zu können. Und müssen uns, und das ist absolut im Resilienz-Sinne, antrainieren, auch das Positive im Blick zu behalten, weil uns das auch schützt und in unserem Alltag und unserer Arbeitswelt sehr wichtig ist. Also was in vielen Betrieben aber auch übersehen wird, ist das Thema Sandwich-Position, also die Führungskräfte, die sowohl die Unternehmensspitze über sich, aber eben auch die Mitarbeitendenebene unter sich haben, die ja Druck von beiden Seiten sozusagen bekommen und wenige dieser Führungskräfte bekommen im Alltag die Frage, wie geht es eigentlich dir? Und deshalb ist es gerade für diese Ebene an Führungskräften auch wichtig, die eigene gesundheitliche Balance im Blick zu behalten. Und auch an die Ebene richtet sich explizit dieses Programm Führungen Balance der AOK Baden-Württemberg.

Martin Hoffmann: Wenn jetzt noch so eine Maßnahme, also wir haben ein Unternehmen und da ist offensichtlich Überlastung im Spiel, ohne dass du jetzt dort gewesen bist, ohne, dass du direkte Einblicke hast. Gibt es irgendwas, was man pauschal mal angehen kann, damit man da so ein bisschen Überlastungen und Stress rausziehen kann? Gibt's da irgendwas, das man so definitiv auf dem Schirm haben sollte?

Sebastian Mattes: Wenn du nach einem ersten Schritt fragst, glaube ich, dass das tatsächlich die Haltung ist. Weil mit dieser Haltung steht und fällt alles, was im Nachgang passiert. Wenn meine Haltung es, dass ich den Beschäftigten vertrauen möchte, den Teams vertrauen möchte, etwas vorleben möchte und auch die Wichtigkeit erkenne, dass die Gesundheit der Beschäftigen, die Resilienz vom Individuum wichtig ist, auch deshalb, weil da mit Produktivität und Leistungsfähigkeit gesteigert werden im unternehmerischen Sinne, dann ist schon viel passiert und das würde ich als ersten Schritt bezeichnen, weil mit der Haltung steht und fällts. Und im Nachgang, wie gesagt, ehrlich hinschauen, nicht direkt Maßnahmen ableiten, die sehr individuell in die Situation und zum Unternehmen passen müssen. Sondern ehrlich hingschauen meint, eine systematische Analyse zu schauen, wo drückt bei mir der Schuh im Vergleich zu anderen Häusern.

Martin Hoffmann: Sebastian, vielen, vielen Dank. Ich habe unglaublich viel für mich mitgenommen. Muss da nochmal drüber nachdenken. Unglaublich spannend. Danke dir.

Sebastian Mattes: Sehr, sehr gerne. Danke Dir.

Martin Hoffmann: Super spannendes Gespräch gerade mit Sebastian, gerade auch der Punkt mit dem Führungsstil, also alles in Balance zu bringen. Und wenn wir über eine gesunde und zeitgemäße Führung sprechen, dann sind Verbindlichkeit, Klarheit in der Kommunikation und Wertschätzung essentielle Kernelemente. Ich mache mich jetzt auf den Weg zu Sabine Fröchte-Mink. Sabine lebt in Villing-Schwenning mitten im südlichen Schwarzwald. Sie arbeitet viel mit Menschen zusammen, die sich einen ausgeglicheneren Lebensstil wünschen und an ihrer eigenen Resilienz arbeiten wollen. Mit Sabine will ich vor allem besprechen, mit welchen Herausforderungen die Leute am häufigsten kämpfen und welche Übungen und Routinen sich realistisch in den Alltag integrieren lassen. Also ich bin jetzt im AOK-Gesundheitszentrum in Villingen-Schwenning in der Klinikstraße. Drittes OG und wie es sich gehört Treppe natürlich nach oben und hier bin ich mit Sabine Fröchte-Mink verabredet. Mal gucken, die Tür müsste eigentlich automatisch aufgehen. Schauen wir mal. Mal gucken wo die Sabine ist. Da ist sie. Hallo Sabine. Hallo.

Sabine Fröchte-Mink: Hallo Martin, schön, dass ihr da seid.

Martin Hoffmann: Sabine, warum ist eine gesunde Work-Life-Balance... Warum ist das keine Mode, sondern warum brauchen wir das?

Sabine Fröchte-Mink: Das ist eine gute Frage. Ich bleibe allerdings schon an dem Wort Work-Life Balance hängen. Ich sehe das ein bisschen kritisch. Es suggeriert so, dass nur wenn ich, also aus meiner Sicht, nur wenn Ich Work und Life trenne, dass ich dann gesund sein kann. Und das glaube ich nicht. Ich glaube, dass man eher von Ausbalancieren von Lebensbereichen sprechen könnte. Das heißt, dass ich mir bewusst warke, in welchem Lebensbereich ich unterwegs bin. Wie da meine Zufriedenheit aussieht in den Lebensbereichen. Es gibt so zwischen sechs und zehn Lebensbereiche. Und wie viel Energie und Zeit ich gerade in welchem Lebensbereich verwende. Und ob das für mich belastend ist oder wie die Belastung denn genau aussieht. Und dann finde ich es schon wichtig, eine Balance wieder herzustellen, wenn man dauerhaft sich in einem Bereich oder ein, zwei Bereichen wiederfindet oder gar nicht mehr rausfindet.

Martin Hoffmann: Wenn wir über Lebensbereiche sprechen, ist dann Arbeit, der ganze Arbeitskomplex ist ein Lebensbereich. Privatleben, Familie, Freundschaften, irgendwie sowas sind wir dann nähern wir uns dann so in diese in diesen Kategorien, oder?

Sabine Fröchte-Mink: Genau, also so die Kategorien würde ich jetzt mal nehmen, was du gerade angesprochen hast. So dieses Thema Arbeit, Job, Beruf ist für mich ein Lebensbereich. Ein zweiter ist soziale Beziehung, da gehören natürlich ganz enge Beziehungen dazu wie Familie oder dann enge Freunde. Gibt aber auch einen Bereich, der zu sozialen Beziehungen gehört, das ist ein bisschen weitergefasst. Dann eher so Kollegen oder auch Nachbarschaft oder auch mal Verein. Geht dann vielleicht auch schon in den Lebensbereich Hobby rein. Es gibt aber auch so Lebensbereiche wie Finanzen, das finde ich so ganz spannend, weil ja, ist man sich dessen bewusst oder soziale Sicherheit, ich finde das ist ganz wichtig und ist vielleicht auch in manchen Lebensabschnitten mal wichtiger und mal weniger wichtig. Persönlicher Wachstum könnte auch ein Lebensbereich sein, also der ist jetzt bei mir auch für mich sehr wichtig, weil ich mich auch gerne entwickeln und mich da auch immer gerne wiederfinde. Und so gibt es unterschiedliche Lebensbereiche. Und dann kann es schon mal sein, dass ich eine Zeit mehr in den einen verwende als in den anderen und die Möglichkeit immer wieder finde, wieder zurückzukommen, also dass ich mir da einfach bewusst werde. Kann ich auch gut aufmalen, zum Beispiel, es gibt so eine Art Lebensbereich, Rad, also Rad mit D, wo ich dann die verschiedenen Bereiche skizziere. Und dann mal schaue, wie viel Energie oder Zeit verwende ich dort. Ich könnte das auch mit einer Skalierung machen von 0 bis 10 und dann sehe ich relativ schnell, oh ja, in dem einen Bereich, also bin ich sehr, sehr intensiv unterwegs.

Martin Hoffmann: Sag mal, welche Menschen kommen denn zu dir und mit welchen Herausforderungen haben die zu kämpfen am häufigsten?

Sabine Fröchte-Mink: Ja, es ist tatsächlich so, dass ich seit drei Jahren einen digitalen Kurs zum Thema innere Stärke gebe und da bemerke ich, dass die Bandbreite vom Alter her ist enorm groß. Also ich habe wirklich 21-Jährige mit 64-Jähigen in einem Kurs jetzt virtuell sitzen und es ist auch vom Geschlecht her Frauen wie Männer querbeet und das ist das Erstaunliche und das ist aber auch das Schöne, dass unabhängig vom Alter oder unabhengig auch vom Geschlecht oder jeglichen Geschlechts, die Themen sich immer wieder finden. Also ich kann gar nicht sagen, es kommen nur, sondern es ist wirklich querbeet. Was auffällig ist, ist tatsächlich, dass immer mehr junge Menschen sich der Unterstützung holen oder affin sind, sich psychisch, ja.... zu stärken oder sich da einfach auszutauschen vor allem.

Martin Hoffmann: Woran glaubst du, liegt es?

Sabine Fröchte-Mink: Also ich habe so eine Hypothese, sagen wir es mal so, als Mutter auch von drei Söhnen zwischen Ende 20 und Mitte 30, habe ich schon das Gefühl, dass das Thema psychische Gesundheit oder mental stark sein immer mehr gefragt ist, weil es einfach sehr wichtig ist. Das, was vielleicht in früheren Jahren verpasst worden ist, so mit ich bin bei mir oder ich kümmere mich auch um mich selbst. Also ich habe dieses. Dieses Wort Me Time tatsächlich dann auch kennengelernt durch die Jüngeren und dachte, genau das ist es. Von daher glaube ich eher, dass es so eine Sensibilisierung ist, dass sich die Jungen da einfach früher auch darum kümmern und Unterstützung holen.

Martin Hoffmann: Und was sind so die größten Herausforderungen, was sind die größte Themen, die die mitbringen in den Seminaren, in den Workshops, wenn die Leute sich einfach Hilfe suchen bei dir?

Sabine Fröchte-Mink: Es ist tatsächlich so, dass das grundsätzlich Thema ganz oft ist, ich schaffe es einfach nicht, nein zu sagen oder ich schaff es nicht, eine Grenze zu setzen. Auch dieses, ich habe jetzt einen aktuellen Kurs da, war dann tatsächlich so ein Ton von mehreren, so ein O-Ton, ja ich kann schlecht mich abgrenzen, ich möchte es irgendwie allen recht machen und das nächste ist natürlich, ich möcht es auch gerne perfekt und allumfänglich machen und das geht natürlich heutzutage überhaupt nicht mehr. Dieses Multitasking und wirklich perfekt in allen Bereichen, das ist tatsächlich was für den Mülleimer.

Martin Hoffmann: Gibt es da so Tipps, die man direkt jetzt mal an der Stelle schon sagen kann? Wenn ich das Problem habe, ich kann nicht nein sagen, ich habe ein Problem mit Grenzen setzen und das geht natürlich in viele Lebensbereiche rein. Das betrifft ja nicht nur Arbeit, sondern natürlich wahrscheinlich auch Familie, soziale Beziehungen und alles Mögliche. Hast du da gleich mal so ein Tipp für mich und für auch alle, die uns zuhören, die ein ähnliches Problem haben?

Martin Hoffmann: Zum Thema Nein sagen, wie schaffe ich es, das zu überwinden. Sag jetzt bitte nicht nein.

Sabine Fröchte-Mink: Sehr charmant. Ja, ich bin gerade am Grübeln. Es ist tatsächlich so, ich finde es ganz wichtig, dass ich bei mir bin. Da gehört natürlich dazu, dass mich sehr gut auch kenne und auch meine Antreiber kenne, gleichzeitig auch meine Werte, die ich habe. Und wenn ich dann bemerke, da komme ich, dann kollidiere ich unter Umständen damit, weil ich möcht's ja wirklich, ich möche es vielen recht machen oder ich möchte einfach das Bestmögliche machen und da da bin ich vielleicht schon zu intensiv in dem Rechtmachen drin dass ich dann wieder zu mir zurückkomme und das auch als Aufgabe verstehe das zu trainieren also das auch immer mal wieder auszuprobieren vielleicht auch jetzt so im engeren umfeld unter umständen das auch anzukündigen weil es ist ja auch schon schwierig wenn man den liebsten oder so sagt nein, also ich würde es gerne tun, aber im Moment geht es nicht. Ich glaube, dass es ein innerer Widerstand ist, mit dem ich erst mal in Klausur gehen muss, wieso ich jetzt so bin, wie ich bin. Und Training heißt nicht, dass ich jetzt bei allem irgendwie pauschal nein sage, ohne drüber nachzudenken, sondern wirklich das ausprobiere, überlege, wie kam es an, wie geht es mir dabei, ist es erleichternd, ja, und der andere ist mir vielleicht gar nicht böse, sondern sagt, ja verständlich. Und das gibt natürlich auch eine Wirkung für weiteres Grenzenhalten, sage ich jetzt mal so.

Martin Hoffmann: Finde ich einen ganz wichtigen Punkt, den du gerade sagst, also das Gegenüber ist oft gar nicht dann sauer oder irgendwas, sondern ist einfach froh um eine klare Antwort. Und manchmal ist das ganz gut, auch mal Grenzen dann gesetzt zu bekommen. Welche äußeren Faktoren erhöhen denn heute besonders den Druck, gerade auch auf die jungen Leute vielleicht, die sich ja gerade mehr Hilfe suchen?

Sabine Fröchte-Mink: Gerade auf die jungen Leute, ich glaube mal, grundsätzlich muss man sagen, dass es eine Arbeitsverdichtung gibt. Das Thema auch ständige Erreichbarkeit oder auf unterschiedlichen Kanälen erreichbar zu sein, ist ja präsent. Ich muss ehrlich gestehen, da ertappe ich mich dann selber.

Martin Hoffmann: Absolut.

Sabine Fröchte-Mink: Ich habe das Schreibtischtelefon noch, ich habe dann das Mail offen, ich hab dann das Handy noch neben dran, weil es könnte auch sein, mich möchte jemand über das Handy erreichen. Und das ist natürlich so eine Sache, wo ich ja ständig irgendwie überladen bin. Also auch diese psychische Überladung, die mir gar nicht so bewusst ist. Ich habe jetzt kürzlich so einen Vergleich gelesen, so wie wenn lauter Tabs offen sind beim PC oben, ich bin in einem Bereich drin, aber zehn andere sind auch auf, die meine Aufmerksamkeit fordern oder auch Energie ziehen. Das finde ich schon auch eine große Herausforderung damit umzugehen, da selbst sich Grenzen zu setzen. Und klar, mit Social Media bin ich da natürlich auch nochmal intensiver dabei, mich überall irgendwie zeigen zu müssen vielleicht auch oder eine Rückmeldung geben zu müssen.

Martin Hoffmann: Welche Warnsignale gibt es denn, die ich persönlich wahrnehmen sollte, wenn ich merke oder die mir zeigen, ich sollte jetzt wirklich mal einen Gang runterschalten?

Sabine Fröchte-Mink: Ja, man unterscheidet das so in drei Kategorien, also einmal die körperliche Kategorie, also es könnten dann wirklich körperlich Signale auftreten oder Beschwerden wie Kopfschmerzen, ich glaube, das sagt jedem von uns was.

Martin Hoffmann: Kennen wir glaub ich alle?

Sabine Fröchte-Mink: Ja genau. Aber auch so die typischen Rückenbeschwerden, wo man jetzt erst mal sagt, ja gut, das ist ja eine Sache der Muskulatur oder des Skeletts oder so. Und trotzdem kann das schon auch ein Ausdruck von, es lastet einfach auf meinen Schultern oder Rückgrat halten sein. Natürlich auch Magenbeschwerten entsprechend, aber dann auch tatsächlich so ein bisschen intime Dinge wie sexuellen Unlust. Das könnte auch ein Zeichen sein. Im mentalen Bereich gereizt sein oder eventuell aber aggressiv, ohne dass ich jetzt vielleicht, oder dass die anderen wissen, gibt es einen Grund. Aber ich habe einfach so eine Grundstimmung dazu. Dieses Gedankenkarussell, glaube ich, kennt auch jeder von uns.

Martin Hoffmann: Man kann nicht einschlafen, obwohl du eigentlich komplett müde bist, aber der Kopf rattert.

Sabine Fröchte-Mink: Ja, genau, dann fängt er an und ich sage manchmal morgens, ah, mein Kopf hat mich geweckt und ich persönlich muss dann aufstehen, weil ich kann ihn einfach nicht laufen lassen. Und dann halt, ja klar, so diese, wie soll ich sagen, Konzentrationsschwierigkeiten oder ich kann mich irgendwie gar nicht richtig zurücknehmen oder in Ruhe kommen.

Martin Hoffmann: Hast du gerade Rücken gesagt hast, habe ich dran gedacht. Ich glaube, bei vielen Gesprächen kam es immer so raus, dass dann doch irgendwie jeder hat so eine andere, in Anführungszeichen, so eine Sollbruchstelle. Und wenn es dann zu einer Belastung, zu einem Stress kommt, bei mir sind es zum Beispiel oft die Knie, die dann auf einmal wehtun. Das sind so der... Ein sehr schwacher Punkt bei mir sind halt einfach Knie. Und dann habe ich von vielen schon gehört, Schultern und auch immer die Last schultern hat ja auch immer diesen sprichwörtlichen Charakter. Rücken ist wahrscheinlich bei vielen, weil der vielleicht einfach mal These so am schwächsten ist vom Sitzen oder vom Arbeiten, weiß ich nicht. Aber da musste ich gerade dran denken, so eine Sollbruchstelle, die dann vielleicht auch individuell sein kann.

Sabine Fröchte-Mink: Ja, oder so ein Frühwarnsystem.

Martin Hoffmann: Ja genau, sowas, ne? Also...

Sabine Fröchte-Mink: Darauf zu hören, das ist auch wirklich sinnvoll, da sich selbst wahrzunehmen, da achtsam mit sich umgehen zu können und das nicht einfach abzutun, ja, den Schmerz betäube ich, sondern ich schaue mal, sagt mir der Körper dann auch was dazu.

Martin Hoffmann: Jetzt hast du angefangen mit Kopfschmerzen zum Beispiel. Kennen wir alle. Kopfschmmerzen, Rückenschmerzen kennen wir glaube ich auch alle und viele andere Warnsignale, die du gesagt hast, kann ich bei mir auf jeden Fall mal so schön haken, haken. Kenn ich, kenn ich, hab ich, habe ich. Jetzt habe ich mir aber trotzdem noch keine Hilfe gesucht. Wann ist der Zeitpunkt, also wann ist, wann sind zu viele Warn-Signale da, wann sollte ich mir Hilfe suchen?

Sabine Fröchte-Mink: Wenn ich jetzt sage, wenn es dauerhaft wird, frage ich mich wahrscheinlich, was ist dauerhafter? Wie lange muss es sein? Also wenn ich zum Beispiel in Urlaub gehe und wenn ich aus dem Urlaub wiederkomme und fühle mich jetzt nicht wirklich erholt, also nach dem Tag Arbeiten ist schon wieder alles abgestürzt, der Rücken tut wieder weh, dann ist es schon gut, mir Hilfe zu holen. Gerne auch im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe, also in die Eigenverantwortung gehen, in dem ich mich zum Beispiel für einen Kurs anmelde oder das mit jemandem bespreche, wo ich weiß, da kann ich Unterstützung bekommen. Also wie gesagt, wenn ich einfach eine Auszeit habe, wo es eigentlich – es heißt ja auch Erholungsurlaub – ich mich erholen kann und das eigentlich bedeutet, ja, danach merke ich einen Tag und das ist schon wieder alles zunichte. Da ist es gut, wenn mir dann einen Plan mache oder wenn ich dann in die Aktivität komme.

Martin Hoffmann: Was kann ich denn täglich machen? Also welche Routinen, welche Übungen kann ich auch in meinen Alltag integrieren? Mal fernab von in den Kurs gehen. Was gibt es vielleicht auch so Tipps, die ich ohne viel Zeit, ohne Großaufwand, ohne irgendwo hingehen irgendwie machen kann?

Sabine Fröchte-Mink: Bei Resilienz gibt es sieben Faktoren, um die Resilience zu stärken und zu steigern. Ein Faktor wäre zum Beispiel realer Optimismus. Dann könnte ich mir als kleine Übung vornehmen, dass ich abends ein Dankbarkeitstagebuch fülle, wo ich mir nur einen Satz aufschreibe, für was bin ich heute dankbar, was ist mir heute gut gelungen. Das ist eine kurze, schnelle Übung. Die ich natürlich, ja dann kommt wieder dieses, das muss ich mir auch vornehmen, das ist auch Zeit und es sind wirklich das eine Minute und ich glaube, mit so etwas zu beginnen und das mal einzutrainieren, das tut schon sehr, sehr gut, also zahlt auch sehr auf das Thema Resilienz ein. Klar, es gibt dann so Sachen wie Selbstverantwortung. Also ich gehe wirklich verantwortungsvoll mit mir um, ich gehe aus der Opferrolle raus. Ich gestalte das, indem ich zum Beispiel merke, wenn mir etwas zu viel ist, oder ich merke jetzt, wenn mein Körper fängt an zu arbeiten oder gegen mich zu arbeiten, oder kommt vielleicht bloß dieses Killerwort, das mich ganz schnell irgendwie in Rage bringt. Dass ich das bemerke und dann einen Break mache, indem ich aufstehe oder indem ich ein Glas Wasser trinke oder indem ich tief durchatme und auch Atemübungen sind da ein sehr, sehr gutes Mittel. Also es gibt Atem-Übungen, wie jetzt zum Beispiel 4 Sekunden einatmen, 5 Sekunden den Atem halten und 7 Sekunden ausatmen suggeriert dem Körper. Es ist alles in Ordnung. Du bist in Sicherheit und der Stress lässt dann auch nach.

Martin Hoffmann: Also eigentlich, eigentlich sind es ja Kleinigkeiten, die man machen sollte. Ich höre das so raus, sich aus dem Moment rausnehmen, noch mal durchatmen, bewusst werden und dann für sich auch mit den eigenen Werten abgleichen. Muss ich eine Grenze setzen, muss ich das nicht, in so eine Richtung.

Sabine Fröchte-Mink: Genau. Also tatsächlich so, wenn ich so von mir plaudern darf, wenn jetzt abends zum Beispiel das Gedankenkarussell beginnen würde oder beginnt natürlich auch, ich setze mir ganz bewusst einen Stopp. Ich sage wirklich Stopp, Sabine, es hat morgen Zeit. Und dann funktioniert das bei mir sehr, sehr gut. Ich habe vielleicht auch, ich sage mal, einen super Schlaf. Aber dieses sich selbst einen Stopp setzen und man kann sich auch mal einen Stopp visualisieren. Also ich kann mir das auch an den Bildschirm hängen oder an meinen Kalender oder vielleicht auch, was ich sehr gerne mache, Passwörter mit entsprechenden Visionen vielleicht versehen oder mit dem, was gerne hätte und nicht, was nicht hätte.

Martin Hoffmann: Auch eine total schöne Idee, dann hat man es immer wieder präsent, finde ich, ein sehr, sehr schöner Tipp. Jetzt hast du gerade gesagt, vielleicht schläfst du auch sehr gut. Welche Rolle spielt denn sowas wie Schlaf, wie Bewegung, Ernährung? Und da sage ich es mal, eine gesunde, eine ausgewogene Ernährungen, Medienkonsum und sowas. Wie zahlt das auf die persönliche Resilienz ein?

Sabine Fröchte-Mink: Ja, tatsächlich sind wir alle unterschiedlich. Trotz allem brauchen wir einen guten Schlaf. Es ist die Frage, was heißt ein guter Schlaf? Also ich bin jetzt nicht der Schlafexperte, aber ich weiß, dass im Schlaf mehrere Phasen gibt und da gibt es zum Beispiel diese REM-Phase, Rapid Eye Movement Phase, wo ganz viel mentale oder psychische Belastung bereinigt werden. Die muss ich unbedingt auch erreichen, diese Phase, damit es passiert. Weil sonst nehme ich das Ganze mit, es wird irgendwo eingefroren und dann häuft sich dieses eingeforene, nicht bearbeitete und das lässt mich tatsächlich stolpern. Ich habe aber auch klar die Tiefschlafphase, in der der Körper total runterfährt. Also Blutdruck geht runter, Puls geht runter. Und da erholt sich der Körper und ein erholter Körper ist natürlich für jeden eine Befreiung, man fühlt sich einfach viel ausgeruhter. Und dann kommt natürlich die Kombination mit Ernährung dazu.

Martin Hoffmann: Hilft eigentlich immer, ne? Also Bewegung, Sport und gesunde Ernährung, also Schaden tut es meistens nicht.

Sabine Fröchte-Mink: Genau, also die Kombination ist sowieso ja also optimal. Und da finde ich es gut, jetzt auch nochmal aufs Thema hinzukommen, was mir guttut, also was wirklich wichtig ist, dass ich mir nicht zu hohe Ziele setze. Dass ich jetzt nicht unbedingt jetzt der 10 Kilometer Läufer jeden Tag morgens schon um 5 Uhr aufstehen und dann das gesunde Frühstück und dann bin ich noch ganz entspannt im Büro, weil ich habe ja wirklich meine 8 Stunden geschlafen oder was ich so brauche. Und dann beim Medienkonsum habe ich so im Griff, das wäre ein Traum. Also ich glaube, es ist da wichtig, wirklich mit kleinen Dingen anzufangen, sich die ein oder andere einzelne Sache vorzunehmen und die auch wirklich zu feiern.

Martin Hoffmann: Sag mal, was verändert sich dann bei Menschen oder in Menschen, wenn die resilienter werden? Wenn diese Maßnahmen, die du beschrieben hast, diese kleinen Schritte, diese kleine Routine, wenn die auf einmal fruchten, wenn sie wirksam werden?

Sabine Fröchte-Mink: Ja, tatsächlich schaffen sie das dann mit Belastungen besser, im Sinne von, ich komme wieder in die Balance zurück, umzugehen. Was mir ganz oft auffällt, ist, dass sich die Sprache verändert. Also, sehr viel optimistischer und sehr viel lösungsorientierter. Das wäre sehr, sehr auffällig. Und ich habe so ein Grundvertrauen in mich selbst. Ich weiß auch, dass ich, wenn die Belastung zu groß wird, ist es mutig, mir hilft es zu holen, und das tue ich dann auch. Also ich habe so eine Sicherheit, dass ich für mich selbst gut sorgen kann. Und wie gesagt, wenn ich Unterstützung brauche, tue ich das auch und ich merke es ganz deutlich an der Sprache, dass anders gesprochen wird und auch anders von Situationen und von belasteten Situationen gesprochen wird, und damit umgegangen wird.

Martin Hoffmann: Jetzt gibst du Kurse, Workshops zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel für deine innere Stärke, Lebe-Balance. Wenn du rückblickend aus diesen Workshop, wenn du da so eine Sache rausgreifen könntest, so ein wichtigster Tipp, um Balance ins eigene Leben reinzubringen, hast du da was für uns?

Sabine Fröchte-Mink: Ja, tatsächlich habe ich nicht nur eins, sondern ich habe mir drei Messages.

Martin Hoffmann: Ich nehme auch drei. Alles gut.

Sabine Fröchte-Mink: Okay, alles klar. Du kannst ja dann eins aussuchen. Ein Ding, sage ich jetzt mal so, ist zu wissen, dass ich nicht alles steuern kann. Ich kann aber entscheiden, wie ich damit umgehe. Das andere wäre, dass sich nach Lösungen suche, statt nach Schuldigen zum Beispiel. Das fällt nicht jedem leicht oder jeder. Es ist aber ein ganz befreiendes Gefühl, wenn ich kleine Schritte bemerke und mir vornehme, die mich dann auch voranbringen. Und das dritte wäre tatsächlich, ich darf Unterstützung holen, weil stark sein bedeutet, mein Netzwerk zu nutzen.

Martin Hoffmann: Sehr, sehr spannend. Ich musste nochmal drüber nachdenken, weil ich glaube, einiges, was wir gerade besprochen haben, muss ich nochmal reflektieren und ich habe mich schon öfter wiedererkannt, was ich eigentlich wollte.

Sabine Fröchte-Mink: Sehr schön.

Martin Hoffmann: Das ist super spannend, ich nehme das mit. Vielen Dank für diese tollen Tipps und für die Einblicke. Danke dir.

Sabine Fröchte-Mink: Sehr gerne.

Martin Hoffmann: Es war heute jetzt wirklich extrem spannend, das Thema Resilienz aus so zwei unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Mit Sebastian eher die Arbeitgeberseite, also die Perspektive der Unternehmen und Betriebe und deren Verantwortung für ihre Mitarbeitenden. Und der erste Schritt hin zu einer resilienteren Arbeitskultur, der geht einfach nur über die eigene Haltung. Die Führungsebene muss vorleben und zeigen, dass die Gesundheit der Mitarbeitenden wirklich wichtig ist. Und dann denke ich gerade noch an die drei Tipps von Sabine für eine bessere Balance. Also, dass ich einfach nicht alles steuern kann, aber ich kann steueren, wie ich mit den Dingen umgehe. Dass ich nicht immer nach den Problemen schaue, sondern mich vielleicht auch mehr auf die Lösung fokussiere und dass ich mir einfach Hilfe hole, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche Unterstützung. Sagt mal ihr, auf einer Skala von 1 bis 10, was glaubt ihr, wie resilient seid ihr eigentlich? Schreibt's gerne mal in die Kommentare und wenn ihr Tipps habt, die bei euch gut funktioniert haben, dann gerne direkt unter den Podcast posten. Sebastian Mattes und Sabine Fröchte-Mink, die haben uns natürlich auch wieder mit reichlich Zusatzinfos versorgt, das stellen wir euch alles in den Show Notes zur Verfügung. Schaut da gerne mal rein, wenn ihr noch tiefer in das Thema eintauchen möchtet. Wenn euch der Podcast gefällt, gerne abonnieren, bewerten, teilen, kommentieren. Vielen, vielen Dank dafür. Uns erreichen übrigens auch immer wieder Themenvorschläge. Das ist wirklich super cool. Freut uns riesig und wir nehmen die auch alle immer mit in die Redaktionskonferenz. Also gerne weiter fleißig an uns schicken, gerne über Instagram @gesundnah und dann eine DM mit euren Thema, mit eurem Feedback oder mit eurer Anregung an uns. Wir freuen uns, wenn ihr auch das nächste Mal wieder dabei seid. Ich bin Martin Hoffmann. Wir hören uns.

Outro: GESUNDNAH – der Gesundheits-Podcast der AOK Baden-Württemberg.

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